Das COVID-19 hat leider unser aller Leben auf der ganzen Welt beeinflusst. Es hat nicht nur unser alltägliches Leben verändert, sondern auch unser Konzept der Normalität. Viele Regierungen haben Corona-Maßnahmen auferlegt, die das soziale Leben der Menschen einschränken, um die Zahlen der an COVID-Erkrankten einzudämmen und die Gesundheit aller zu schützen.

Wir hier bei SBW Berlin befolgen sorgfältig unserem Hygieneprotokoll, um weiterhin ein sicheres Umfeld für unsere Mitarbeiter und Stipendiaten zu gewährleisten, die ohnehin schon mit plötzlichen Veränderungen in ihrem täglichen Leben konfrontiert sind. Ihr Unterricht findet fortan online statt. Sie treffen Professoren oder Kommilitonen meisten nur in einem virtuellen Raum über Zoom oder Webex. Obwohl diese Situation langsam zur neuen Normalität wird, gibt es natürlich hin und wieder frustrierende und herausfordernde Momente. Hier sind einige Kommentare unserer Stipendiaten darüber wie COVID-19 ihr Leben und ihr Studium in Berlin/Potsdam momentan beeinflusst:

Titas Ganguli (Indien)

„Man sagt, Shakespeare hätte „King Lear“ während der Pest geschrieben. Wir sind zwar nicht Shakespeare, aber unsere Anstrengungen diese Pandemie zu bekämpfen, bleiben trotzdem entschlossen und mutig. Ich, zum Beispiel, hatte die letzten zwei Semester Unterricht online, während ich mich in einer für mich total neuen Stadt im Lockdown befand. Und natürlich, war und bin ich sehr besorgt über meine Familie und deren Sicherheit in Indien. Aber an meinem Projekt zu arbeiten und den Kontakt zu meinen Freunden und Kollegen zu pflegen, half mir durch diese schwere Zeit. Und ich bin froh hierüber. Ich habe Houzayfa, meinen Mitbewohner, und auch die anderen Stipendiaten kennengelernt. Sie sind alle toll und wir kochen auch mal zusammen. Ich wünsche mir, dass das nächste Semester offline stattfindet und dass ich bald wieder neue Freundschaften IRL schließen kann.“

Diana Torres (Kolumbien)

„Als durch die Corona-Maßnahmen das Leben in Berlin eingeschränkt wurde, war ich in meinem zweiten Semester an der Universität. Alles war plötzlich online. Die Atmosphäre in den Seminaren war erst etwas merkwürdig, aber ich denke, dass die Universitäten ihr Bestes versucht haben, ihre Ressourcen zu nutzen, um trotzdem positive Momente in unserem akademischen Leben zu schaffen. Ich selbst hatte einige schwierige Momente, als die Einschränkungen besonders streng waren. Aber ich telefonierte mit meiner Familie und mit meinen Freunden in Kolumbien und dies hilf mir dabei, Ruhe zu bewahren und mich langsam dieser Situation anzupassen. Ich ging spazieren, traf immer nur eine Person und versuchte eine gewisse Routine, wenn sie auch anders als vorher war, beizubehalten. So konnte ich mein Studium voranbringen und auch mein Leben weiterleben.“

Norah (Kenia)

„Es war schwierig, in ein ja eigentlich auch einem anderen Kontinent zu reisen und dort zu erfahren, wie die COVID Pandemie meine Träume, in einem anderen Land zu studieren, verwüstete. Keine Bibliotheksbesuche, keine persönlichen Diskussionen mit anderen über Hausarbeiten in der Uni, mit ihnen zu sprechen oder mit Kommilitonen zu lachen. Meiner Meinung nach kann meine einige Sachen nur im Präsenzunterricht lernen und das war nun unmöglich. Außerdem hatte ich mich auf einen interkulturellen Austausch gefreut, den es nun nicht mehr so gab.

Außer den Einschränkungen des sozialen Lebens und besonders der Bewegungsfreiheit, fand ich die online Kurse nicht so toll als den Präsenzunterricht. Denkt nur mal daran, wie schwierig es ist, über Statistik oder Ecometrics über Zoom zu lernen und zu sprechen.

Aber es gibt immer ein Licht am Horizont, denn ich bin froh, dass meine Uni und viele andere. die Seminare nicht komplett abgesagt haben und alles durcheinandergebracht haben und sich entschieden haben, alles online zu stellen. Es ist nicht optimal, aber trotzdem machen wir Fortschritte und erreichen unsere Ziele, die wir für uns gesetzt haben. Meine Hoffnung bleibt, dass wir bald ein effektives Vakzin gefunden haben und die Zahlen der COVID-Erkrankten zurückgehen. Dann werden wir auch wieder ein normales Leben haben und Sehenswürdigkeiten besichtigen können.“

Kagure (Kenia)

“Ich musste erstmal den Lockdown als neue Normalität akzeptieren. Sich dieser neuen Situation anzupassen und damit umzugehen war anfangs eine Herausforderung – meine ganzen Kurse waren online und ich war in einer für mich völlig neuen Stadt. Ich vermisse Freunde und den sozialen Aspekt des Campuslebens. Alle meine akademischen und extra-curricularen Aktivitäten sowie Studentenorganisationen sind online. Andererseits kommt es mir so vor, als ob ich mehr Autonomität erlange, wie ich zum Beispiel meine Zeit zu Hause zum Studieren und für meine Arbeit an meinem gemeinnützigen Projekt einteile und wie ich mein Wollbefinden priorisieren kann. Während dieser Zeit habe ich am meisten gelernt, dass es wichtig ist, sich auf Veränderungen einstellen zu können und damit umzugehen, egal wie drastisch sie sind.“

SBW Berlin

Wir hier bei SBW Berlin engagieren uns sehr ein sicheres und gemütliches Umfeld für unsere Stipendiaten zu schaffen. Wir hoffen, dass jeder trotz der jetzigen Situation viele positive Erfahrungen macht und dass auch einige glückliche Momente dabei sind.

Deshalb finden bei uns gerade Bauarbeiten statt und unsere Räumlichkeiten in der untersten Etage werden umgebaut. Es entstehen einige Lounge- und Arbeitsbereiche sowie ein kleiner Fitnessbereich.

Neues Aktualisierung

Die Bauarbeiten werden demnächst abgeschlossen, und danach stehen diese neuen Räumlichkeiten schon unseren Stipendiaten jeder Zeit zur Verfügung.