Heute stellen wir euch die Geschichte von José Luis Zeledon Picado vor, der in Nicaragua lebt und von SBW Berlin unterstützt wird.  

Mein Name ist José Luis Zeledon Picado und meine Eltern heißen Iracela Picado und David Zeledon. Ich bin zu Hause in der Gegend von Rosita in der Autonomen Region der Nordkaribikküste geboren. Ich habe vier Geschwister und bin der jüngste von uns allen. Mein Vater verließ uns, als ich klein war, aber ich weiß bis heute nicht warum. Meine Mutter musste deshalb viel während meiner Kindheit arbeiten und war Lehrerin in einem Ort in den Bergen. Deshalb sah ich sie oft nur einmal am Ende jeden Monats, wenn wir die Apotheken belieferten. Sie fehlte mir sehr und ich war sehr traurig, aber meine beiden Großmütter kümmerten sich um mich und zogen mich groß.

Ich besuchte als Schulkind die öffentliche Grundschule Rubén Darío. Zwar war ihre Fassade marode und veraltet, aber ich hatte ausgezeichnete Lehrer, die sehr gerne unterrichteten. Nichts Außergewöhnliches passierte, als ich die Grundschule beendete.

Meine Familie entschied dann, dass ich aus finanziellen Gründen nach Sinua, einer Gemeinde, die an Rosita angrenzt, ziehen sollte. Dort wohnte ich ein Jahr lang im Haus meiner Tante väterlicherseits. Dann zog ich auf den Wunsch meiner Großmutter mütterlicherseits zu meiner Mutter. Ich interessierte mich zunehmend für Sprache und Literatur.

Als ich in Rosita lebte, arbeite ich mit der Organisation JENH, die neue Horizonte für Jugendliche setzt, und half bei einem Projekt von CEDEHCA (Zentrum für Menschen- und autonome Rechte), das Jugendliche über Menschenrechte aufklärte. Ich war dort 3 Jahre. Danach arbeitete ich bei Acción Medica Cristina an verschiedenen Projekten, wie zum Beispiel Chinantla und POSibilidades, welches sich mit den Themen Menschenrechten, Präventionen sexueller und aggressiver Gewalt beschäftigt. Dort blieb ich zweieinhalb Jahre, bevor ich innerhalb des Networks zur Menschenrechtsförderung tätig war und dann sechs Monate im regionalen Jugendrat teilnahm, den CEDEHCA und der Regionale Autonome Rat unterstützten.

2014 unterstütze ich eine Kampagne gegen Mobbing an Schulen, nahm an einem Wettbewerb für öffentliches Reden „Legas del saber“ und dem Tourist Research Day teil. 2016 besuchte ich einen Kongress zu den Themen Mobbing, Prävention von Gewalt gegen Frauen, nachhaltiger Tourismus und Autonomierecht teil und wurde von URACCAN in Jugendleitung und Projektmanagement zertifiziert.

Zurzeit bin ich im zweiten Semester eines vierjahres-Programmes in Medizin und Chirurgie an der Nationalen Autonomen Universität von Nicaragua, UNAN-Managua. Ich möchte Psychiatrie studieren und in diesem Bereich später arbeiten. Ich finde, dass die Allgemeinmedizin diesen Bereich auf der nationalen Ebene vernachlässigt. Mein größter Traum ist es, ein Gesundheitszentrum in meinem Wohnort zu gründen. Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie und Freunden. Mein Lieblingsgetränk ist Orangensaft und ich esse am liebsten Reis mit Bohnen und Frischkäse. Ich habe Angst davor, meine Prinzipien zu verlieren.